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Geschichte von Oberstadion

Der Name „Oberstadion“ (526 m), sowie die ursprünglichen Bezeichnungen Stadegun (so urkundlich 1270), Stadgun, Stadigun, Stategun, Stadgen, Staggun, Stadegen, Stadigon, Stadgon, Stedgen, Stadyon...“ weisen auf den Bach „Stehen“ – ein langsam fließendes Gewässer - hin, der unterhalb des Dorfes vorbeifließt. Bach und Dorf werden heute noch im Volksmund gleicherweise “Stea” genannt.

Als recht junger Ort verfügte Oberstadion nur über eine kleine Gemarkung, die zudem etwa die Hälfte vom Schloss- und Pfarrkaplaneigut eingenommen wurde. Dennoch wuchs die Siedlung bis 1715 auf 17 bewohnte Häuser (ohne Schlossareal) an, von denen zwei als Bauernhöfe, alle anderen als Seldgüter anzusehen waren. Bühl, wohl schon seit dem Mittelalter mit Oberstadion fast zusammengebaut und mit ihm in Gemarkungsgemeinschaft, wird erstmals 1299 und wieder 1373 erwähnt. Es war sicher älter als Oberstadion, das möglicherweise auf seiner Gemarkung entstand. Bühl galt bis 1866 stets als eigener Wohnplatz. Seit 1869 wird Bühl Oberstadion zugerechnet, ist aber im Ortsbild noch sehr deutlich davon zu unterscheiden. Bühl, bestand 1715 aus 5 Bauernhöfen und 6 Gütle, von denen vier als ältere und zwei als jüngere Selden anzusprechen waren. 1826 standen 161 Bewohner von Bühl 201 in Oberstadion gegenüber. Sicher die älteste Siedlung auf Gemarkung Oberstadion ist der Weiler Rettighofen, obwohl erst 1373 als Retikofen erwähnt. Die ursprüngliche Form des Siedlungsnamens wird Ratingohofun gewesen sein, also etwa “Siedlung der Leute von Rato”. Rettighofen, 1715 aus 2 Höfen und 2 “Gütle” bestehend, letztere Selden gleichsetzbar, war allem nach immer ein Kleinweiler. Dass zwischen Rettighofen, Bühl und dem wesentlich jüngeren Oberstadion enge alte Zusammenhänge gegeben sind, geht auch daraus hervor, dass alle nur eine gemeinsame, zudem recht kleine Gemarkung hatten und haben. Der wenige Wald (ca. 20 ha), westlich von Rettighofen gelegen, war stets mit der Ortsherrschaft und deren Rittergut verbunden.

Oberstadion ist der Stammsitz der Herren und des sehr angesehenen Geschlechts „von Stadion“. Deren Geschichte lässt sich bis in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückverfolgen. Erstmals tritt 1270 im Gefolge der Grafen von Berg ein Herr Walter von Stadion auf, der sich nach seinem Besitzschwerpunkt in Oberstadion nannte. Eine Burg in Oberstadion ist erstmals 1373 bezeugt.

Schon 1080 wurde das Geschlecht “von Stadion” bei einem Ritterturnier in Augsburg erwähnt.

1309 beginnt die ununterbrochene Stammreihe mit Conrad von Stadion, Ritter, genannt: Dausmor (Dansmor), +1309, vermählt mit Hildegard, Vogtin von Summerau.
Er soll Stadion und Bühl (Puhel, Pühel) schon 1308/1309 erworben haben. Bühl wird erstmals 1299 erwähnt; es war sicher älter als Oberstadion, das möglicherweise auf seiner Gemarkung entstand.

Als Wappen erscheinen um 1340 drei übereinander liegende, gestürzte schwarze Wolfsangeln in goldenem Grund. Später werden die Farben vertauscht. Auf Grund dieses Wappens gehören die Herren von Stadion zu dem niederadeligen Sippenkreis der vom Stain, Boss, Pflummern, Seeburg und Salmendingen. Oberstadion, das eine verwickelte Besitzgeschichte im 13. Und 14. Jahrhundert aufweist.

Ab 1375 verkauften die „von Stadion“ ihre Besitzungen sukzessive an Biberacher und Ulmer Patrizier, wobei Oberstadion, Bühl und Rettighofen 1452 von Johann von Stadion („Hans, der Reiche“) zurück gekauft werden konnten.

Am 4. Juli 1452 übergab der Überlinger Johanniterkomtur Johannes Schenk von Stauffenberg die bis dahin der Überlinger Kommende gehörende Pfarrkirche dem von Hans von Stadion („dem Reichen“) gestifteten Johanniterhaus Oberstadion, „in dem so viele Ordenspriester leben sollten, als die Pfarrkirche ertrage“. Das Johanniterhaus solle allein dem Ordensmeister unterstellt sein. Doch blieb es anscheinend beim Plan. Ab diesem Zeitpunkt verblieb das Patronat der Kirche bei den Herren und Grafen von Stadion bis zum Aussterben der männlichen Linie 1908.


1466 wurde der erste Stein für ein neues Schloss mit „Graben“ und „Torhäuser“ gelegt und dieses von Grund auf neu erbaut. 1535 wurde der „Turm“ angebaut.

1469 trugen die „von Stadion“ Schloss und Dorf als Lehen dem Haus Österreich auf.

Kaiser Friedrich III. von Habsburg (1415-1493, ab 1452 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches) erlaubte schon 1475 dem Dorf Oberstadion die Marktgerechtigkeit. Die Arkaden an Pfarr- und Kaplaneihaus stammen aus dieser Zeit, obwohl das Marktwesen in bescheidenem Rahmen blieb.

1489 gestattet Kaiser Friedrich III. auf Intervention von Erzherzog Sigismund von Österreich, Wilhelm von Stadion, in Oberstadion ein Halsgericht, Stock und Galgen aufzurichten, und verlieh ihm als Reichslehen den Blutbann.

König Maximilian (1459-1519, ab 1486 römisch-deutscher König, ab 1493 Herr der östrr. Erblande, Kaiser: 1508-1519) verlieh 1501 Wilhelm von Stadion als Gerichtsherr das Recht, Appellationssachen (Berufungssachen) selbst zu entscheiden.

1525 Beginn des Bauernkrieges. Die Bauern forderten anhand der Bibel “dass sie frei seien und frei sein wollen”. Ursache waren steigende Steuern, Einschränkung von Jagd und Fischerei.
Die Ober- und Unterstadioner Bauern gehörten zum “Warthauser Haufen” und zu den “Abgeordneten” der Bauern gehörte von Oberstadion Hans Schwitzer. Unter den Stadionschen Rebellen war der Schmied von Oberstadion der Wortführer. Dieser wurde am 1. April 1525 von den Bündischen (Ritter und Städte) gefangen genommen und in Ehingen eingekerkert. ...”.

1585 ist Alberweiler an die Herrschaft von Stadion übergegangen.

Schon 1612 war die Herrschaft kräftig verschuldet, was vor allem im späteren 17. Jh. zu Verpfändungen von Oberstadion, Bühl, Rettighofen, Mundeldingen und Mühlhausen führte.

Erst 1683 gelang es Hans Jakob von Stadion die Besitzungen wieder auszulösen.

1686 wurde Johann Philipp von Stadion, von der elsässischen Linie, in den Reichsfreiherrenstand erhoben (Freiherrendiplom vom 21. April 1686).

1693 starb die schwäbische Linie mit Josef Konrad von Stadion aus. Als Nachfolger war bereits Graf Theodor Althet Heinrich von Strattmann mit den Gütern belehnt worden. Strattmann hat die Lehen jedoch auf Grund eines Vergleichs, gegen einen Geldbetrag, an Johann Philipp von Stadion (1652-1741), von der elsässischen Linie, abgetreten. Johann Philipp von Stadion war zunächst Kanzler des Kurfürsten von Mainz, später als Politiker enger Mitarbeiter von Kaiser Karl VI.

Als 1695 die Familie Schad zu Warthausen erlosch, wurde 1696 Johann Philipp von Stadion vom Hause Österreich mit der Herrschaft Warthausen einschließlich 12 Ortschaften und ca. 3.160 Einwohner, belehnt. 1826/27 wurde Warthausen an den württembergischen Staat verkauft.
Der Sohn von Johann Philipp I., Anton Heinrich Friedrich von Stadion, war Stifter der Linie Stadion-Warthausen und dessen Bruder Johann Hugo Philipp der Linie Stadion-Thannhausen.

1697 kaufte der Domherr Georg Heinrich von Stadion die böhmischen Besitzungen Kauth, Neumark, Zahorzan und Riesenberg und etwas später Chodenschloss mit Klentsch. Die Besitzungen wurden 1944/45 durch den Tschechischen Staat enteignet.

1705 wurde Johann Philipp von Stadion in den Reichsgrafenstand erhoben.

1711 wurde das Grafendiplom auf die ganze Familie „von Stadion“ ausgedehnt.
Johann Philipp von Stadion, ergänzte seine Besitzungen durch die Herrschaften Mundeldingen, Hundersingen, Mühlhausen und Rettighofen.

1708 kaufte Johann Philipp von Stadion die reichsunmittelbare Herrschaft Thannhausen in Schwaben und gelangte dadurch das schwäbische Reichsgrafenkollegium.

Als 1729 von den Herren vom Stein (Stain) die Pfandherrschaft Emerkingen, bestehend aus je der Hälfte von Emerkingen, Unterstadion und Bettighofen, auslöste, erhielt diese Johann Philipp von Stadion.

1756 – 1777 wurde die an den von 1535 stammenden Turm angebaute Schlossanlage mit Lichthof erweitert und aufgestockt und 1756 mit einem mächtigen Dachstuhl des Oberstadioners Zimmermeisters Joseph Marquardt versehen. Bis 1777 folgten weitere Erhaltungsmaßnahmen und die Barockisierung des Schlosses.

Oberstadion war 1806 Patrimonialobervogteiamt, zu dem neben Bühl und Rettighofen auch Mühlhausen, Mundeldingen, Alberweiler, Hundersingen und Moosbeuren sowie Aigendorf, Hausen ob Rusenberg und Rusenberg gehörten. Ab 1810 wurde Oberstadion Teil des Unteramtes Munderkingen im Oberamt Ehingen und verlor 1811 alle Teilorte außer Bühl und Rettighofen.

1809 wurde Hundersingen zu eigenständigen Pfarrei erhoben. Seit dem 30-jährigen Krieg gehörte Hundersingen zur Pfarrei Oberstadion. 1826 verkauften die von Stadion Warthausen an den württembergischen Staat.

1867 wurde die Poststelle Oberstadion von der königlich Württembergischen Post eingerichtet, ursprünglich dem Postamt Biberach zugeteilt und 1893 in eine eigene Postagentur umgewandelt.

Seit 1869 wird Bühl Oberstadion zugerechnet, ist aber im Ortsbild noch sehr deutlich davon zu unterscheiden.

1908 wurde die „alte Schule“ mit pyramidenartigem Walmdach an der Mühlhauser Strasse erbaut, 1965 umgebaut, 1972/73 renoviert, heute Privatbesitz. 1908 erlosch mit Graf Philipp Franz von Stadion das Geschlecht der Grafen von Stadion im Mannesstamm. In einem komplizierten Erbschaftsprozess gewann schließlich Giesela Gräfin von Coudenhove, letzte lebende Gräfin von Stadion, das gesamte Erbe. Nach ihrem Tode 1920 fiel es an ihre Tochter, Maria Christine Gräfin von Coudenhove, welche mit Zdenko Graf von Schönborn (1879-1960) verheiratet war.

1914 erfolgte von Munderkingen aus der Anschluss an die öffentliche Stromversorgung aller Winkelgemeinden.

Durch Erlaß des katholischen Kirchenrats vom 4. April 1918 und Dekret des bischöflichen Ordinariats vom 6.12.1918 wurde die Kaplanei (Unterstadion mit Bettighofen) zur Pfarrstelle erhoben und ihr die völlige Trennung von der Mutterkirche ausgesprochen.

Der I. Weltkrieg 1914 – 1918 forderte aus Oberstadion, Rettighofen, Mühlhausen und Mundeldingen 38 gefallene und 4 vermisste Soldaten.

Erst 1929 wurde die Gemeinde Oberstadion von der Bussenwasserversorgungsgruppe mit Trink- und Brauchwasser beliefert - ausgenommen Moosbeuren, die seit 1957 von der Jungholz-Wasserversorgungsgruppe ihr Wasser erhält und bis dahin von Schemmerhofen-Alberweiler versorgt wurde.

Seit 1936 ist das Stammwappen der Grafen von Stadion Gemeindesiegel: in Schwarz drei gestürzte goldene (gelbe) Wolfsangeln.

Ab 1938 gehörten die Gemeinden Oberstadion mit Rettighofen, Mundeldingen mit Mühlhausen und Meisterhof, Moosbeuren und Hundersingen bis 1972 zum Landkreis Ehingen. (1. Kreisreform).

Der II. Weltkrieg 1939 – 1945 forderte aus Oberstadion, Rettighofen, Mühlhausen und Mundeldingen 27 gefallene und 13 vermisste Soldaten.

1956/57 wurde die ehemalige Hauswirtschaftliche-/Landwirtschaftliche Berufsschule erbaut und 1972 aufgestockt - heute Haus der Vereine.

1969 wurde von den damaligen Gemeinden Grundsheim, Hundersingen, Moosbeuren, Mundeldingen-Mühlhausen, Unterstadion, Oggelsbeuren und Rupertshofen der Nachbarschaftsschulverband Winkel mit Sitz in Oberstadion gebildet, der 1973 seine Fortführung im Nachbarschafts-Grundschulverband Oberstadion fand.

1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Moosbeuren und Mundeldingen mit Mühlhausen nach Oberstadion eingemeindet. (Gemeinde- und 2. Kreisreform).

1975 Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinde Hundersingen nach Oberstadion. Hundersingen hat bis heute einen Ortschaftsrat mit Ortsvorsteher.

1975 Einweihung der Mehrzweckhalle in Oberstadion.

1990 Einweihung der Christoph-von-Schmid-Schule.

1993 kaufte die Gemeinde Oberstadion das “Sprißler (Adler)-Areal” in Oberstadion.

1996 wurde der sanierte und renovierte Gasthaus „Adler“ wiedereröffnet.

1997 fand die Einweihung des Bürgersaales im Dorfzentrum statt.

1999 wurden das Rathaus, die Gemeindebücherei und die Christoph-von-Schmid-Gedenkstätte eingeweiht. Damit wurde das Dorfzentrum Oberstadion fertiggestellt. Hierzu erhielt die Gemeinde Oberstadion ca. 100 Krippenfiguren aus gebranntem Ton von Julie Deininger-Eggert (1930-2007).

2001 erreichte der Hauptort Oberstadion beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ eine Goldmedaille des Landes Baden Württemberg.

2008 Einweihung des Krippenmuseums in der ehemaligen Pfarrscheuer.

Persönlichkeiten:
Heinrich II., Edler von Stadion († 1294), Abt im Kloster St. Blasien

Christoph von Stadion (1478–1543), Bischof von Augsburg

Johann Caspar von Stadion (1567–1641), ab 1627 Hochmeister des Deutschen Ordens

Franz Kaspar von Stadion (1637–1704), Fürstbischof von Lavant

Johann Philipp von Stadion (1652–1741), kurmainzischer Großhofmeister, Geheimrat und Kanzler

Franz Konrad von Stadion und Thannhausen (1679–1757), Reichsgraf, von 1753 bis 1757 Fürstbischof von Bamberg

Anton Heinrich Friedrich von Stadion (1691–1768), kurmainzischer Großhofmeister, Konferenzminister, Gönner Wielands und der La Roche in Warthausen

Maria Maximiliana von Stadion (1736–1818), letzte Fürstäbtissin des freiweltlichen Chorfrauenstifts Buchau

Friedrich Lothar von Stadion (1761-1811) (Friedrich Lothar Graf von Stadion-Warthausen, Domherr und Diplomat

Johann Philipp von Stadion (1763–1824), österreichischer Diplomat, Finanz- und Außenminister

Christoph von Schmid (1768-1854) Von 1816 Pfarrer in Oberstadion bis 1827, ein vielgelesener Jugendschriftsteller. Er war Dichter der bekannten Lieder „Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all“, „Christus ist erstanden“, „Beim letzten Abendmahle“, und dem weltlichen Lied „Wie lieblich schallt durch Busch und Wald“, das sogenannte „Waldhornlied“.

Franz Seraph von Stadion (1806–1853), österreichischer Verwaltungsbeamter und Politiker

Dominikus Stiefenhofer (1824-1888), Rechtsanwalt und Domänenrat, Begründer des Stadion’schen Archivs in Oberstadion, Verfasser der Geschichte der Stadion’schen Familie und schwäbischer Dichter.

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