Krippenmuseum

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St. Martinuskirche

St. Martinskirche

Osterbrunnen

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Kirche St. Martinus - Oberstadion

Ludwig von Stadion, österreichischer Vogt zu Weesen am Walensee, stiftete 1328 eine Marienkapelle in die Pfarrkirche, er trat im Alter vor 1358 in die Johanneskommende Überlingen ein und erwarb in diesem Jahr für sich und seine Kommende von seinem Sohn Eitel von Stadion den Kirchensatz samt Widemhof um 800 lb hlr. Diese, wie auch Burg und Dorf Oberstadion, waren bisher Lehen der Herzöge von Teck und wurde 1365 durch Herzog Friedrich von Teck gegen Lehenauftragung das freieigene Dorf Aigendorf durch Eitel von Stadion aus der Lehenschaft entlassen. Die Marien-Kaplanei betraf vor allem Moosbeuren.

1378 stattete Konrad von Stadion eine seit 1336 bestehende Klause der Franziskanerinnen in Oggelsbeuren mit Grundbesitz aus und legte damit das Fundament für das Kloster Oggelsbeuren. Die Schwestern zogen später ins Kloster Sießen bei Saulgau.

1395 wurde die Pfarrkirche der Johanniterkommende Überlingen inkorporiert (eingegliedert), worauf sich Streit zwischen der Kommende und den Herren von Stadion über die Besetzungsrechte der Marienkaplanei erhoben. Hans „der Reiche“ kaufte 1452 Kirchensatz und Widemhof um 1.000 fl. zurück. Aber erst sein Neffe und Erbe (Hans der Reiche war kinderlos), konnte 1467 die letzten Rechte der Johanniter um 200 fl. erwerben, was auch die Inkorporation aufhob und somit die von Stadion wieder die alleinigen Patronatsherren waren.

Burkart und Wilhelm stifteten 1460 die „Quatember-Jahrtage“, fundiert mit dem halben des großen und kleinen Zehnten aus Bettighofen für Hans „dem Reichen“, ihren Vater Ludwig, sowie dessen Geschwistern Wilhelm, Conrad, Burkart und Ludwig und allen Vor- und Nachfahren. Weitere Jahrtags-Stiftungen folgten.

1468 wurde die Pfarrei neu bepfründet und die Michaelskaplanei neu errichtet. Ausgestattet war die Pfarrei seit 1468 neben dem Widemgut vor allem mit den halben Zehntzinsen aus Unterstadion und Bettighofen, sowie den ganzen Großzehnten aus Oberstadion, Rettighofen, Mundeldingen und Birkenbrugg. Neben der Marien- und Michaelskaplanei gab es zwischen 1497 und 1508 noch die dem hl. Andreas und der hl. Lucia gewidmeten Kaplaneien – letztere gingen im 30jährigen Krieg wieder verloren.

1473 wurde die Pfarrkirche St. Martin unter Wilhelm und Burkart von Stadion im Rohbau vollendet, welche „hernach anno 1482 zu österlicher Zeit geweihet worden”. Die Einweihung nahm Bischof Otto IV., Graf von Sonnenberg, Truchsess von Waldburg, (vor 1452-1491), Bischof 1474-1491, vor.

Ausstattung aus der Erbauerzeit:
Hochaltar mit je drei Heiligen, Kreuztragung und Grablegung des Ulmer Malers Jörg Stocker (tätig in Ulm 1481-1527), sowie Halbfiguren der 4 Evangelisten der Ulmer Schule.

1458 Frauen-(Marien-)Altar [rechtes Seitenschiff]: Bilder: Jakob Acker-Schule (1483-1495), Schnitzwerke: Multscher-Schule mit Einflüssen von Hans Striegel d. Ä. (bis 1462).

Annen-Altar [linkes Seitenschif]): Schreinfiguren: Meister der Örtel-Madonna um 1520 oder Danil Mauch (1477-1540) bzw. seiner Werkstatt.

Marien- oder Bruderschafts-Altar und Veits-Altar [linkes Seitenschiff],

Georgs- und Marien- oder Gnaden-Altar [rechtes Seitenschiff] mit weiteren spätgotischen Malereien von Jörg Stocker, bzw. seiner Schule in den Seitenflügeln. Somit größte zusammenhängende Bildersammlung von Jörg Stocker.

Größtes auf Holz gemaltes „Jüngstes Gericht“ in der Diözese Rottenburg.

Sakramentsnische mit Eisengitter und alter Stoffbespannung aus der Erbauungszeit.

Chorgestühl mit Priestersitz von Jörg Syrlin (um 1455-um 1521) aus Ulm, signiert 1486.

Achteckiger Taufstein mit neugotischem Aufsatz.

Wenn auch die Reformation in der Herrschaft Oberstadion nicht Fuß fassen konnte, so trug ein Bürger aus Oberstadion doch wesentlich dazu bei, dass sich die neue Lehre besonders im Raum Göppingen und Schwäbisch Gmünd verbreiten konnte: Franz Kircher, genannt Franziskus Stadianus, (geboren um 1470 in Oberstadion, gestorben um 1530), Doktor der Theologie, Prädikant (Prediger) in Göppingen; 1518-(19) Rektor der Universität Tübingen.

1585 Erweiterung der Kirche durch den Anbau der Grafen-Gruft mit Annen-Kapelle und erhöhter Sakristei. Ca. 100 Jahre später wurde aus Symmetriegründen das rechte Querhaus mit Bretterdecke angebaut.

1592 schenkte Ott-Heinrich von Wemding den Heiligen-Dorn, wegen Einführung der Reformation in Wemding, seinem Schwager Wolf Dietrich von Stadion.

1671 trat Eitel Ludwig von Stadion mit seiner Familie der marianische Erzbruderschaft des „heiligen Skapuliers vom Berg Carmel“ („Skapulier-Bruderschaft“) in Stadion bei, welche heute noch besteht.

Barockisierung im 18. Jh. (überwiegend in der 2. Hälfte): barocke Voluntengiebel an Turm und Querschiffen.

Neuer Barock-Hochaltar um 1770. Bei der Umgestaltung 1865-1880 wieder ausgebaut und 1920/25 an die Wengenkirche in Ulm verkauft, 1944 im Bombenhagel in Ulm völlig zerstört.

Hintere Seitenaltäre (Drei-Königs- und Johannes-Altar), sowie Bildtafeln Magdalena, Petrus, Hyronimus von Johann Caspar Koler (1698-1747), signiert 1739 bis 1741.

Kreuzigung Christi von Johann Heiss (1640-1704) aus Memmingen. Signiert: 1686.

Heilige Familie von F. Johann Georg Glyckher (1653-1731) aus Rottweil. Signiert: 1708

Anbetung der Hirten von Konrad Huber (1752-1830) aus Weissenhorn im Auftrag von Pfarrer Christoph Schmid, Oberstadion gefertigt. Signiert: 1817. Diente dem Jugendschriftsteller und Pfarrer Christoph von Schmid als Vorlage zu seiner Erzählung „Der Weihnachtsabend“ vom Verfasser der „Ostereier“: Christoph von Schmid.

Kanzel 1773 von Jakob Sauter (1726-1797), von Beruf Weber und Maler, und seinen Söhnen Joseph und Laurentius (Lorenz) aus Rettighofen.

Herrschaftsstuhl von 1775 mit uniertem Wappen: Stadion / Wambold-Umstadt.

Barockes Orgelgehäuse um 1774. Werk 1965 von Orgelbau Gebr. Reiser, Biberach, op. 345 unter Verwendung älterer Bauteile aus der Vorgängerorgel.

G‘richtsstühle (Beamtenstühle) aus dem 17. Jh.

Michaels-Altar in der Gruftkapelle von 1710 mit Wappen derer „von Stadion“ und „von Bemelberg“, Erolzheim.

1808 brannte der Kirchturm aus, da sich die Dohlennester des Kirchturms durch Funkenflug bei einem Brand bei “Wirth” Sebastian Reuter (Adler-Wirt) entzündeten. Dabei schmolzen die Glocken. Das Übergreifen der Flammen auf die Kirche konnte durch Zumauern der Durchgänge zur Kirchenbühne und zur Empore verhindert werden. Nach dem Turmbrand wurden 1809 vier Glocken der St. Ulrichskirche aus Wolfegg gekauft, da sie dort nicht mehr benötigt wurden.

Am 14. Dezember 1811 wurde das Pieta-Bild (Darstellung Marias mit dem toten Christus im Schoß) der „Raitelheck“ (roten Hecke) bei Unterstadion in die Pfarrkirche Oberstadion “transferiert” (übertragen).Heute befindet sich das Bild am Tabernakel des rechten Seitenaltars (Gnadenaltar). Dadurch wollte man eine überhandnehmende Wallfahrt zu dem „Gnadenbild“ eindämmen, was die Zeit der Aufklärung nicht zulassen konnte.

Christoph von Schmid (1768-1854) war von 1816 bis 1827 Pfarrer in Oberstadion, ein vielgelesener Jugendschriftsteller. Von ihm stammen die Texte heute noch bekannter Lieder, wie: „Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all“, „Christus ist erstanden“, „Beim letzten Abendmahle“, und dem weltlichen Lied „Wie lieblich schallt durch Busch und Wald“, das sogenannte „Waldhornlied“.

Zwischen 1835/36 bis 1845 fand in Oberstadion der berüchtigte Kirchenstuhlstreit statt, der über Jahre in unverminderter Schärfe tobte und vom königlichen Kirchenrat wie vom Ordinariat Rottenburg aufs schärfste gerügt wurde. Altansässige Oberstadioner Kirchenmitglieder weigerten sich, den aus den Filialen kommenden Christen einen Platz in der Kirche zu gewähren.

Erst 1846 konnte nach dem Kirchturmbrand von 1808 der Turm mit der achteckigen Laterne mit kleinem Zwiebel vollendet werden und er erhielt dadurch sein heutiges Aussehen.

Neugotische Umgestaltung unter Pfarrer Johann Nepomuk Walter (1822-1882) zwischen 1765-1780. Die damaligen Aufbauten und Zusammenstellungen der Altäre und Bildwerke aus dieser Zeit sehen wir noch heute nach einer erneuten Innenrenovation der Kirche in den Jahren 1998-1999.

Umgestaltung im 20. Jh.:
Weihnachtskrippe von Sebastian Osterrieder (1864-1932) aus München aus dem Jahre 1921.

Die drei bunten Chorfenster im gotischen Stil stammen von Wilhelm Geyer (1900-1968) aus Ulm, 1962 gefertigt mit Szenen aus dem Johannes-Evangelium.

Der Chorraum mit Volksaltar (Speisung der 4.000) und Ambo (Adam und Eva) wurde 1999 von Herbert Goeser aus Oberndorf am Neckar neu gestaltet.

Epitaphe:

Kirche

  • Hans (der Reiche) von Stadion (+1458) einschließlich den Wappen seiner Frauen Margret vom Stain und Anna von Kaltenthal. Signiert: Jörg Syrlin d. J. 1489.
  • Veronika von Stadion, geborene von Schwendi (+ 1558) mit Wappen und Spruch).
  • Albert Wilhelm Fleck, Pfarrer in Oberstadion von 1660-1685.
  • Franz Anton Klainbrodt, Pfarrer in Oberstadion von 1700-1712.

 

Gruftkapelle

  • Johannes Ferdinand Guttknecht (1651-1723), Michaels-Kaplan für Hundersingen.
  • Franz Joseph Gutknecht (1677-1742), Pfarrer in Oberstadion von 1712-1742 und Dekan des Landkapitels Munderkingen.
  • Johann Leonzius Schmid (1688-1742), 20 Jahre Pfarrer in Oberstadion und Josef Honsel (1736-1763), Vikar.
  • Franz Anton Scholl ( -1749), Pfarrer in Oberstadion. Geboren in Weissenstein, mit Wappen und Chronogramm.
  • Maximilian Kolb (1737-1779), Kaplan bzw. Hilfsgeistlicher in Oberstadion.
  • Maria Theresia Orlet (1759-1779).
  • Kreuzigungsrelief von Hans Morink (1555-1616) von 1606.

 

Gruft

  • Hans Simon von Stadion, + 30. Oktober 1568 mit 8 Wappen.
  • Ludwig von Stadion, + 1521 mit Umschrift.


Die Seelsorge der evangelischen Christen von Rettighofen, Oberstadion, Mühlhausen und Mundeldingen betreut das evangelische Pfarramt Rottenacker.

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